Von 2008 bis 2011 war ich (Markus Alder) Sanierungspräsident unseres Vereins; im Frühling 2011 habe ich unsere Homepage neu gestaltet und betreue sie seither. Nun kann ich auch diese Arbeit abgeben und habe so noch mehr Zeit für meine Fahrschüler. Herzlichen Dank an meine treuen Leser für das grosse Interesse und die vielen Rückmeldungen!
Ab Mai (oder Juni) wird das neue Vorstandsmitglied Christian Riesen die Seite noch attraktiver gestalten. Als Autor und Informatikspezialist ist er der richtige Mann. Kontakt :
Ich freue mich auf unseren neuen Internet- Auftritt und die neuen Aktivitäten unseres Vereins.
Wir sind gestärkt aus dem Medien- Tsunami um Fukushima Daiichi hervorgegangen. Das Tohoku- Beben war eine verheerende Naturkatastrophe, die aber weder unseren Verein noch den weltweiten Ausbau der Kernenergie aufhält.
Unsere Aufklärungsarbeit geht weiter! Herzlichen Dank an alle MitkämpferInnen für eine umwelt- sozial- und wirtschaftsverträgliche Energiepolitik.
Markus Alder
Der Verein Kettenreaktion verstärkt 2013 seinen Einsatz
Auch 2013 verbessert der Verein Kettenreaktion mit neuem Schwung die gesellschaftliche Akzeptanz der Kernenergie durch sachliche Informationen. Leserbriefe, Standaktionen und andere Aktivitäten setzen einen Gegenpol zur Antikernenergiebewegung.
Die schweizerischen Kernkraftwerke bewährten sich in den vergangenen vier Jahrzehnten. Sie erwiesen sich als sicher, zuverlässig, umweltfreundlich und wirtschaftlich. Weltweit erfreut sich die Kernenergie grosser Beliebtheit, auch einstige Aussteiger- Länder wie Schweden und Holland setzen aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen auf diese Zukunftsenergie. In angelsächsischen Ländern ist das Bekenntnis zur Kernenergie und damit zum Klimaschutz unterdessen eine Selbstverständlichkeit- sogar im Kohleland Australien, das selbst noch keine Kernkraftwerke betreibt, ist die Kernenergie ein Thema.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist diese Einsicht noch nicht gereift, doch auch im deutschen Sprachraum machen Kernkraftwerke der 3. und 4. Generation Sinn. Politiker und Massenmedien verharren -gegen den weltweiten Trend- weiter in einer sturen Antiatom- Haltung, während sich die Menschen heute offener zeigen, als vor 30 Jahren, als die Antikernenergie- Bewegung ihren Zenith überschritt. Wir wollen sachlich über Kernenergie informieren, aber auch Begeisterung für die Technologie weiter tragen. Michael Fehr (Neuhausen), der fleissigste Leserbriefschreiber der Schweiz, ruft die MitarbeiterInnen der Elektrizitätswirtschaft und alle energiepolitisch Interessierten auf, Leserbriefe zu schreiben, um die Öffentlichkeit aufzuklären. Beznau 3 und Mühleberg 2 kommen, die "Energiewende" wird verschwinden!
Der Erfolg vom 18. Mai 2003, die Resun und die Renaissance der Kernenergie sind für Michael Hoffnungszeichen, die uns zum verstärkten Kampf auffordern.
Gründung: 15.September 1981
800 Mitglieder, ausschliesslich natürliche Personen, keine Verbände oder Firmen
Aktivitäten
- Inserateserien "Wussten Sie, dass ....."
- Standaktionen in verschiedenen Städten
- Bulletin mit Aktualitäten zum Thema Kernenergie
- Vortragsreihen prominenter Kernenergiebefürworter (z.B. Prof. A. Weinberg)
- Exkursionen wie z.B. Kernkraftwerke im Ausland, Endlager Aube in Frankreich, Endlager WIPP (USA)
- Pro Kernenergie Demonstration
- Vorträge an Generalversammlungen
- Networking unter den Mitgliedern
- Der Manipulation durch die Massenmedien und die sog. "Umweltverbände" entgegenzutreten
- Mitgliederwerbung
- Vernehmlassungen (z.B. angedrohter Atomausstieg)
- Bewusstsein für ökologische, soziale und wirtschschaftlichche Anliegen stärken
Manifest
Die "Energiewende" ist keine Zukunftsoption
- Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen dieses Manifests sind davon
überzeugt, dass die vom Bundesrat beschlossene «Energiewende»
falsch ist. Diese wird der Schweiz eine deutlich teurere und weniger
zuverlässige Stromversorgung bringen.
- Die Schweiz muss sich im harten internationalen Wettbewerb behaupten.
Wir können uns eine teure und unsichere Stromversorgung nicht
leisten. Die «Energiewende» wird den Wirtschaftsstandort Schweiz
schwächen und den Wohlstand unseres Landes, den erreichten Lebensstandard
und die soziale Sicherheit gefährden.
- Die neue Energiepolitik beruht weitgehend auf dem Einsatz noch nicht
erprobter «erneuerbarer» Energiequellen. In Zeiten hohen Bedarfs
kann es deshalb zu Unterbrüchen der Stromversorgung kommen, die
schwerwiegende Konsequenzen haben würden. Die Ergiebigkeit der
«erneuerbaren» Energiequellen und des Ausbaus der Wasserkraft werden
vom Bundesrat zu optimistisch eingeschätzt.
- Der Ersatz der Bandenergie aus Kernkraftwerken durch eine von der
Witterung und den natürlichen Tages- und Jahresschwankungen abhängige
Stromproduktion aus Wind und Sonnenenergie stellt Anforderungen
an die Strom-Speicherung, die mit dem heute vorhandenen
Speicherpotential nicht erfüllt werden können. Der Ausfall der Bandenergie
aus den bestehenden Kernkraftwerken wird vor allem im Winter
Probleme ergeben.
- Gaskraftwerke, die der Bundesrat als Übergangslösung vorschlägt,
können zu Dauerlösungen werden. Ihr Einsatz bringt eine stärkere Abhängigkeit
von Energieimporten und damit eine Verschlechterung unserer
Aussenhandelsbilanz. Der Bau von Gaskraftwerken bewirkt eine
Zunahme der CO2-Emission der Schweiz, die in anderen Sektoren unseres
Lebens und unserer Wirtschaft nur sehr langfristig kompensiert
werden kann.
- Der notwendige Ausbau der Verteilnetze zur Berücksichtigung der verstärkten
dezentralen Stromerzeugung wird zu einem erheblichen Aufschlag
auf den Strompreis führen.
- Die Ursachen der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und
der radioaktiven Kontamination von dessen Umgebung sind hinreichend
bekannt. Sie sind auf das Versagen der japanischen Sicherheitsbehörden
und der Betreiberfirma TEPCO zurückzuführen. Diese haben es
versäumt, alte Kernkraftwerke auf der Grundlage des heutigen Standes
der Technik nachzurüsten. Bei den Kernkraftwerken in der Schweiz und
in Deutschland sind die notwendigen Massnahmen schon lange Zeit
vor der Katastrophe in Fukushima durchgeführt worden und sie werden
ständig weiterentwickelt. Die Kernkraftwerke in der Schweiz und in
Deutschland gehören zu den sichersten Kernkraftwerken der Welt.
- Die Frage der Lagerung der radioaktiven Abfälle ist lösbar, wenn man
sie lösen will.
- Kernkraftwerke sind unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung
sinnvoll. Sie ersetzen Kohle- und Gaskraftwerke. Die Gewinnung
von Uran ist mit geringeren Eingriffen in die Natur verbunden, als die
Förderung von Kohle, Öl und Gas. Mit der Verstromung fossiler Energieträger
entziehen wir zukünftigen Generationen wertvolle Rohstoffe
für die chemische Industrie.
- Ein Beschluss, die «Energiewende» und damit auch einen «Ausstieg»
aus der Kernenergie durchzuführen, muss zwingend dem Volk zur Abstimmung
vorgelegt werden.
-Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verlangen die Abkehr von
der Politik der «Energiewende». Diese würde die weltweit einmalige,
weitestgehend CO2-freie und sichere Stromversorgung der Schweiz
gefährden.
Vorstandsmitglieder:
Dr. Hans Rudolf Lutz, Präsident, Lostorf; Markus Alder, Dietikon; Beth Duff, Wabern; Bruno Elmiger, Derendingen; Michael Fehr,Neuhausen; Ueli Jost,
Ostermundigen; Dr. Tom Kohler, Olten; Rudolf Krähenbühl, Klingnau; Carin Weinmann Seiffert, Bad Zurzach.
Erstunterzeichner:
Dr. Heinz Albers, Zürich; Dr. Alfred Bretscher, Bern; Kurt Küffer, Ennetbaden; Dr. Rudolf Meier, Wettingen; Rolf Schweiger, alt Ständerat, Zug; Dr. Ernst
Trümpy; Hägendorf; Prof. Walter Winkler, Muri/AG.
Mitglieder:
Hans Achermann, Mollis; Walter Aeberli, Zürich; Jacques Aeschimann, Rickenbach; Dr. med. dent. Lorenz Affolter, Aarwangen; Hans Appenzeller, Rapperswil;
Albert Arter, Rüti; Gerd Assmann, Lengnau; Ernst Bachmann, Ehrendingen; Susi Bachmann, Ehrendingen; Dialma Jakob Bänziger, Richterswil;
Rolf Bodmer, Dulliken; Giovanni Bonavia, Liestal; Jürg Branger, Ittigen; Philip C. Brunner, Zug; Anton Bucher, Oftringen; Dr. Isidor Bürgi, Frick; Doris
Bürgi-Walser, Frick; Hans R. Burri, Zürich; Corneliu Constantinescu, Benglen; Werner Diener, Wädenswil; Dr. Peter Eisen, Schaffhausen; Bruno Fäh, Baar;
Dr. Juerg Feitknecht, Altdorf; Dr. med. Willy-René Felgenhauer, Bôle; Ulrich Fischer, alt Nationalrat, Seengen; Urs Früh, Wattwil; Anna Fuchser, Neuheim;
Fritz Fuchser, Neuheim; Gertrud Furrer, Schlatt; Hans Furrer, Schlatt; Prof. Dr. med. Max Geiser, Wabern; Andreas Gnädinger, Schaffhausen; Urs Gugelmann,
Adliswil; Dr. Werner Guyer, Zürich; Erwin Gysel, Ennetbaden; Dr. Jost Hänny, Schernelz-Ligerz; Othmar Hegi, Hettlingen; Charles Henry, Winterthur;
Dr. Beat Henzi, Basel; Dr. med. Peter A. Hiltbold, Thun; Ferdinand Hofmann, Lausanne; Dr. med. Peter A. Hoppeler, Opfikon; Erich R. Iten, Leibstadt; Martin
Kälin, Bassersdorf; Bruno Keller, Niederrohrdorf; Verena Keller, Niederrohrdorf; Kurt Kohler, Oftringen; Robert Kratzer, Coppet; Norbert Krick, Wettingen;
Paul. J. Küng, Windisch; Hansruedi Kuhn, Mettmenstetten; Walter Lehmann, Burgdorf; Dr. Peter Leister, Hohentengen (D); Othmar Lengwiler, Mörschwil;
Jakob Leutert, Zürich; Anton Maag, Herrliberg; Ernst Meier, Muri; André Meury, Binningen; Rolf Meuter, Seuzach; Alois Müller, Altdorf; Dr. Reinhard Müller,
Baden; Heinz Müller, Grenchen; Gudrun Müller-Schill, Leibstadt; Thomas Müller-Schill, Leibstadt; Hans-Jörg Nebiker, Häfelfingen; Walter Nef, Klingnau;
Dr. Marc Nievergelt, Ebmatingen; Renato Noser, Windisch; Eva Novak, Lengnau; Walter Novak, Lengnau; Wolfgang Repke, Waldshut (D); Josef Rölli, Wil;
Dr. med. Friedrich Roth, Herrenschwanden; Gerhard Rudolf, Nussbaumen; Dr. Arthur Ruh, Rüti; Herbert Rust, Seengen; Alessandro Sala, Steinmaur; Max Salm,
Umiken; Theo Schaub, Nussbaumen; Heinz Schenk, Thun; Hans Schenkel, Oberrieden; René Scherrer, Gümligen; René Schlaeppi, Cheyres; Mario Schnetzler,
St. Gallen; Erwin Spahni, Oetwil a.d.L.; Gérald Steiger, Mauss; Marianne Steiger, Mauss; Paul. J. Stingelin, Gippingen; Gisbert Straub, Ittigen; Konrad
Studerus, Edlibach; Peter Stutz, Zürich; Rudolf Suter, Luzern; Christian Tännler, Gretzenbach; Ursula Tännler, Gretzenbach; Robert Tobler, Wettingen;
Dr. C. J. Tscharner, Biel-Benken; Walter van Laer, Burgdorf; Peter van Laer, Burgdorf; Willy Vouets, Birr; Ernst Wälti, Burgdorf; Heinz Widmer, Villnachern;
René Wyss, Wolfwil; Guido Zehnder, Remetschwil; Heinz Zürcher, Möchaltorf; Dr. Harry Züst, Erlenbach.
Ressort: Verlagsbeilage
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2012, Nr. 219, S. V10
DieatomareWeltkarte
Der relative Anteil nuklearer Erzeugung an der weltweiten Stromerzeugung nimmt kontinuierlich ab. Dennoch befinden sich 18 Monate nach der Katastrophe von Fukushima weltweit mehr Meiler in der Planung als vor dem Unglück.
Anders als in Deutschland bleibt für eine Vielzahl an Ländern Kernkraft attraktiv.
VON MICHAEL KRUSE.
Die Bundesregierung hat sich ein großes Ziel gesteckt: Deutschland plant als erste große Industrienation die Wende zu einem Energiesystem, das im Wesentlichen auf erneuerbaren Energien basiert. Damit einhergehend wird, in bislang ungewohntem Einklang der politischen und öffentlichen Meinungen, bis zum Jahr 2022 das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz gehen. Im Zuge dieser Bestrebungen nach der Katastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 schien auch die weltweite Nuklearbranche vor dem Niedergang zu stehen. Schlagzeilen über den Rückzug der deutschen Energieversorger RWE und Eon aus Kernkraftprojekten in Großbritannien machten die Runde.
Renaissance von Atom
Doch über ein Jahr nach dem Unglück in Japan ist das Gegenteil der Fall. Eine zunehmende Anzahl an Ländern überdenkt ihre Energiepolitik im Hinblick auf Fragen der Versorgungssicherheit und die Erreichung von Klimaschutzzielen. Zwar haben sich weltweit Atomprogramme verzögert, doch es gibt keine Anzeichen für einen flächendeckenden Niedergang. De facto hat sich die absolute Zahl der weltweit in Planung stehenden Atomkraftwerke sogar noch vergrößert, auch wenn der relative Anteil einer Stromerzeugung an der weltweit steigenden Nachfrage nach Elektrizität kontinuierlich abnimmt.
Statistiken zeigen, dass in den beiden Jahren vor Fukushima rund 45 Länder angekündigt hatten, auch künftig auf nukleare Erzeugung zu setzen. Mittlerweile fassen fast 60 Länder Kernkraftwerke mit konkreten Plänen als realistische Option ins Auge. In Summe kann dies bis zum Jahr 2030 zu einem Zubau von rund 560 neuen Reaktoren führen. Die Erfahrung in vielen Ländern zeigt allerdings, dass es dort häufig bei Ankündigungen bleibt. Die Zahl der tatsächlich ans Netz gehenden Anlagen dürfte deshalb aller Voraussicht nach geringer sein.
Trotz dieser Einschränkung zeichnet sich vor dem Hintergrund der bereits beschlossenen Stilllegungspläne, Laufzeitverlängerungen und der technisch realistischen Laufzeiten von Altanlagen eines zunehmend klarer ab: Die weltweite Nuklearbranche hat trotz der Katastrophe in Fukushima eine realistische Chance auf eine Neubelebung. Bis 2020 ist zu erwarten, dass die Anzahl an Stilllegungen den Zubau von Kernkraftwerken trotz bestehender Finanzierungsrisiken und der Zurückhaltung von Investoren nicht übersteigen wird. Somit wird sich netto die Anzahl an weltweit in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken erhöhen, auch wenn gegenteilige Aussagen weit verbreitet sind. Beispiele aus der europäischen Nachbarschaft verdeutlichen diese Kontroverse.
Nachdem China und Indien ihre ambitionierten Atomprogramme bereits nach einer kurzen Unterbrechung wieder auf die ursprüngliche Geschwindigkeit gebracht haben, laufen neben Finnland mittlerweile selbst in Polen, Litauen und der Tschechischen Republik die Neubauvorhaben auf Hochtouren. Reaktorhersteller wie zum Beispiel Areva, Rosatom und Mitsubishi arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Lieferantennetzwerke in diesen Ländern aufzubauen. Auch der schwedische Energieversorger Vattenfall hat nach Jahren kontroverser Diskussionen im eigenen Land kürzlich einen Antrag auf eine Baubewilligung bei den Behörden eingereicht und hält sich damit die nukleare Option wieder offen, nachdem das Parlament seinen bereits beschlossenen Atomausstieg wieder zurückgenommen hatte.
Keine übereilte Entscheidung
Eine vergleichbare Empfehlung sprechen auch die Akademien der Wissenschaften der Schweiz aus: Im Hinblick auf die gewaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen solle ein Atomausstieg nicht übereilt und unumkehrbar durch den Bundesrat beschlossen werden, damit die Schweiz sich nicht die Option verschließt, neuartige Reaktorkonzepte nutzen zu können.
Hintergrund des neuerlichen Ausbaubooms ist besonders das Bestreben, langfristig eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung im eigenen Land aufrechtzuerhalten. Viele Länder sehen, mit welchen Schwierigkeiten der großflächige Ausbau erneuerbarer Energien wie beispielsweise Offshore-Wind verbunden ist. Nicht zuletzt ungelöste Fragen des Netzanschlusses und technologische Herausforderungen führen dazu, dass die Investitionen nicht den geforderten Renditen entsprechen. Ergänzend dazu erscheint der Bau und Betrieb neuer Gaskraftwerke in der heutigen Erzeugungslandschaft oftmals keine wirtschaftliche oder wie im Fall der Schweiz umweltpolitisch gangbare Option zu sein. Gleichzeitig lässt sich der Bau neuer Kernkraftwerke aufgrund von Unabwägbarkeiten in der gesellschaftspolitischen Debatte, wie das favorisierte Energiesystem der Zukunft aussehen soll, nur schwer rechnen.
Nüchternheit ist gefragt
Diese Entwicklungen lassen folgenden Schluss zu: In Deutschland ist eine technologieoffene Diskussion über eine nachhaltig tragfähige Energiewende überfällig. Ein nüchterner Blick auf die Machbarkeit unterschiedlicher Technologien erneuerbarer, konventioneller oder nuklearer Erzeugung könnte zum Ergebnis führen, dass alle etablierten Erzeugungstechnologien bis auf weiteres, wenngleich zu unterschiedlichen Anteilen, ihren Platz im nationalen Erzeugungsportfolio beibehalten müssen, um die Energiewende langfristig möglich zu machen. In Deutschlands Nachbarländern ist man sich dessen bewusst.
Michael Kruse, PrincipalEnergy/Utilities bei Arthur D. Little in Frankfurt
Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Energie-Philosophie
Es war einmal in Fukushima,
da wütet’ der Neptun ganz „prima“,
hinterliess nur Schlamm und Schutt,
macht’ drei AKWs kaputt.
Kernkraftgegner waren froh
und alle Linken ebenso.
Für sie war’s ein gefund’nes Fressen,
welch ein Glück, kaum zu ermessen!
Biomasse, Wind und Sonne
sind für Doris eitel Wonne,
Leuthard gibt sich sorgenlos.
Welch ein Irrweg, skandalos!
Leuthard will die Kernkraft nie mehr,
so auch Calmy, Somma, Widmer;
treiben grosse Volksverhetzung,
machen falsche Kostenschätzung,
sind verführt durch Tante Merkel
(reimt halt leider nur auf Ferkel).
Trotz Tschernobums und Fuck Ushima,
trotz ständig wandelbarem Klima,
trotz allzuvielem CO2
lasst uns meiden Hysterei!
Gegen krassen Klimawandel
hilft uns doch der Ablasshandel.
Der beruhigt das Gewissen
und gibt ein sanftes Ruhekissen.
Lassen wir den Sink nicht muten,
unterstützen wir die Guten!
Denn, wenn die wahren Kosten kommen,
fühlt das Volk sich angstbeklommen,
ward vom Bundesrat beschissen,
will vom Ausstieg nichts mehr wissen,
will den Strom schon gar nicht missen.
Wendehälse, seid vernünftig,
dreht den Hals zurück, ganz zünftig!
Denn das Volk will Energie
stets und günstig wie noch nie!
Position zu Fukushima
Wir sind schockiert über das extrem starke Erdbeben und den tödlichen Tsunami in Japan. Den Toten, Verletzten und Obdachlosen gilt unser Mitgefühl.
Vier Blöcke des Kernkraftwerkes Fukushima- Daiichi wurden, nachdem sie das Tohoku- Beben vom 11. März 2011 überstanden hatten, durch die Wassermassen des Tsunamis derart beschädigt, dass es zu einer gefährlichen Freisetzung radioaktiver Stoffe kam. Das genaue Ausmass dieser Katastrophe ist noch nicht bekannt.
Die Ursachen für den Unfall sind heute weitgehend bekannt. Im erdbebenerprobten und hochtechnisierten Japan wurden die Risikoanalysen zur Tsunamigefahr unbegreiflicherweise nicht korrekt durchgeführt. Zudem wurde die Anlage Fukushima Daiichi ungenügend nachgerüstet.
Es ist unbestritten, dass Kernkraftwerke höchsten Sicherheitsanforderungen genügen müssen.
Bei Fukushima- Daini, Onagawa und anderen betroffenen Kernkraftwerke blieb der Tsunami ohne grössere Folgen für die Anlagensicherheit. Leider wird diese Tatsache von den Massenmedien in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz fast vollständig verschwiegen. Warum eigentlich?
Die Abschaltung deutscher (schweizerischer und französischer) Kernkraftwerke ist die falsche Reaktion auf die Ereignisse in Japan.
Warum?
Auch in Europa sind Erdbeben möglich, entsprechend sind die Kernkraftwerke darauf ausgelegt. Tsunamis sind jedoch z. B. in Biblis ausgeschlossen, da das Meer zu weit weg ist.
Schweizerische und deutsche Kernkraftwerke sind mit Wasserstoff- Rekombinatoren ausgerüstet, welche Knallgasexplosionen, die in Fukushima zur Beschädigung der Gebäude führten, erschweren bzw. verunmöglichen sollen.
Die Notstromversorgung westlicher, insbesondere schweizerischer Kernkraftwerke ist besser abgesichert.
Schweizerische und französische Kernkraftwerke sind mit einer gefilterten Druckentlastung ausgerüstet, um den durch einen schweren Unfall aufgebauten Überdruck ohne Austritt radioaktiver Gase und Aerosole zu ermöglichen. So wird die Bodenverseuchung wirksam verhindert.
Die Erdbebensicherheit in der Schweiz muss verbessert werden. Was nützt uns das beste Kernkraftwerk, wenn wir von den Trümmern unseres Wohnhauses erschlagen werden?
Der von der Politik kurz vor den eidgenössischen Wahlen beschlossene Atomausstieg wird von vielen Menschen als Gesslerhut empfunden; ohne Volksabstimmung soll unsere Energieversorgung gefährdet und massiv verteuert werden. Die Allgemeinheit soll bluten, Subventionsfreunde würden gewinnen. Wir lehnen "Energievögte" sowie neue Energiesteuern ab und grüssen keine Gesslerhüte!
"Ökologische Steuerreformen" sind wie ein Wolf im Schafspelz; sie sehen gut aus, erweisen sich aber bei näherer Prüfung als kaufkraftraubende Inflationstreiber.
Forderung Laufzeitverlängerung der noch vorhandenen 9 deutschen Kernkraftwerke Die sog. Energiewende ist gescheitert !
Wir fordern
-Laufzeitverlängerung der noch vorhandenen 9 deutschen Kernkraftwerke und keine weiteren Abschaltungen
-Aufhebung des Atomausstiegsbeschlusses
-Abschaffung der garantierten Stromabnahme aus Erneuerbaren Energien laut EEG
Begründungen zur Kernenergie:
-Die noch vorhandenen deutschen Kernkraftwerke gehören zu den besten und sichersten der Welt
-Die noch vorhandenen 9 deutschen Kernkraftwerke vermeiden
-90 Mill.t CO2 pro Jahr
-Weltweit sind 436 KKW in Betrieb und 62 im Bau
-In Europa sind 50 Anlagen in Betrieb , die vor 1980 in Betrieb genommen wurden wie die abgeschalteten deutschen Anlagen.
-kein Land ist dem deutschen Atomausstieg gefolgt
-In den USA haben 73 der 104 Kernkraftwerke eine Betriebsbewilligung von 60 Jahren erhalten. 55 der USA-Kernkraftwerke sind seit 1980 und früher in Betrieb.
-Die KE ist nachhaltig. Sie spart fossile Energieträger. Uran ist zu nichts anderem zu verwenden als zur Stromerzeugung.
Begründungen zur sog. Energiewende:
-Wesentlicher Stützpfeiler der Energiewende soll Strom aus Offshore-Windkraft sein. Offshore-Windkraft ist technisch und finanziell sehr problematisch.
-Der Stromtransport von Offshore-Windstrom ist nicht gelöst.
-Das Problem der Stromspeicherung des wetterabhängigen Wind- und Solarstroms ist nicht gelöst und wird niemals lösbar sein.
-Die Energiewende ist nicht bezahlbar.
ViSdP Dr.Ludwig Lindner, Vorsitzender von Bürger für Technik e.V.