Atom-Strom

E. Ruegger, Baar

Atom-Strom
2. April 2003

Am 18. Mai wird über neun Vorlagen abgestimmt. Darunter auch über die beiden Atominitiativen. In der Schweiz wird heute der Strom aus einem Mix von 60% Wasserkraft und 40% Kernenergie erzeugt. Beide Initiativen haben das selbe Ziel, nämlich die vollständige Ausserbetriebsetzung der Kernenergie. Da erhebt sich sofort die Frage ob und wie denn die 40% Kernenergie ersetzt werden soll. Schon Anfang der 90er Jahre kam diese Frage auf den Tisch. Die Befürworter behaupteten damals: "Nullwachstum und alternative Energien". Was heisst das aber? Nullwachstum haben wir heute, und als Folge davon eine schon viele Jahre nicht mehr da gewesene Arbeitslosigkeit. Wollen wir per Verfassung diesen Zustand festnageln? Zu den alternativen Energien: Die Befürworter hätten während mindestens 10 Jahren beweisen können, dass dieser Weg wenigstens gangbar sei. Neben enormen Kosten hat bisher überhaupt nichts herausgeschaut. Um auf eine abgelegene, während weniger Monate bestossenen Alp den notwendigen Strom für Beleuchtung und Fernsehen erzeugen zu können, ist ein Sonnenkollektor oder Windgenerator, auch von den Kosten her ideal. Mit einem normalen heutigen Haushalt aber nicht vergleichbar. Der jährliche Bedarfszuwachs an elektr. Energie beträgt gegenwärtig (trotz Rezession) ca.2%. Der bisherige Ertrag aus alternativen Energieanlagen hingegen nur etwa 0,05%. Die alternativen Energien sind bei weitem, weder heute noch in absehbarer Zukunft, in der Lage, auch nur einen bescheidenen Anteil an die Zuwachsrate beizusteuern, geschweige denn auch nur einen bescheidenen Anteil an die 40% Kernenergie zu leisten. Wollen wir uns, per Verfassung auf solch Hirngespinste einlassen? Der Ersatz der 40% könnte nur durch Oel? oder Gaskraftwerke ersetzt werden. Das hätte aber zur Folge, dass wir vermehrt vom Ausland abhängig würden und das CO2-Gesetz nicht einhalten könnten, und damit die CO2-Abgabe unvermeidlich würde. Die andern Vorlagen sind allesamt mindestens sehr problematisch, weshalb die Abstimmungsempfehlungen einfach werden. NEUN MAL NEIN!
E. Ruegger, Baar



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