Atom-Strom |
E. Ruegger, Baar
Atom-Strom
Am 18. Mai wird über neun Vorlagen abgestimmt. Darunter auch über
die beiden Atominitiativen. In der Schweiz wird heute der Strom aus
einem Mix von 60% Wasserkraft und 40% Kernenergie erzeugt. Beide
Initiativen haben das selbe Ziel, nämlich die vollständige
Ausserbetriebsetzung der Kernenergie. Da erhebt sich sofort die
Frage ob und wie denn die 40% Kernenergie ersetzt werden soll.
Schon Anfang der 90er Jahre kam diese Frage auf den Tisch. Die
Befürworter behaupteten damals: "Nullwachstum und alternative
Energien". Was heisst das aber? Nullwachstum haben wir heute, und
als Folge davon eine schon viele Jahre nicht mehr da gewesene
Arbeitslosigkeit. Wollen wir per Verfassung diesen Zustand
festnageln? Zu den alternativen Energien: Die Befürworter hätten
während mindestens 10 Jahren beweisen können, dass dieser Weg
wenigstens gangbar sei. Neben enormen Kosten hat bisher überhaupt
nichts herausgeschaut. Um auf eine abgelegene, während weniger
Monate bestossenen Alp den notwendigen Strom für Beleuchtung und
Fernsehen erzeugen zu können, ist ein Sonnenkollektor oder
Windgenerator, auch von den Kosten her ideal. Mit einem normalen
heutigen Haushalt aber nicht vergleichbar. Der jährliche
Bedarfszuwachs an elektr. Energie beträgt gegenwärtig (trotz
Rezession) ca.2%. Der bisherige Ertrag aus alternativen
Energieanlagen hingegen nur etwa 0,05%. Die alternativen
Energien sind bei weitem, weder heute noch in absehbarer Zukunft,
in der Lage, auch nur einen bescheidenen Anteil an die Zuwachsrate
beizusteuern, geschweige denn auch nur einen bescheidenen Anteil
an die 40% Kernenergie zu leisten. Wollen wir uns, per Verfassung
auf solch Hirngespinste einlassen? Der Ersatz der 40% könnte nur
durch Oel? oder Gaskraftwerke ersetzt werden. Das hätte aber zur
Folge, dass wir vermehrt vom Ausland abhängig würden und das
CO2-Gesetz nicht einhalten könnten, und damit die CO2-Abgabe
unvermeidlich würde. Die andern Vorlagen sind allesamt mindestens
sehr problematisch, weshalb die Abstimmungsempfehlungen einfach
werden. NEUN MAL NEIN! |
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