Ansprache - "Klartext"

Gery Meier, Däniker Gemeindepräsident

Ansprache - "Klartext"
Ungekürzte Ansprache des Däniker Gemeindepräsidenten Gery Meier anlässlich des Nationalen Aktionstages des Verbandes der Elektrizitätsgesellschaft vom Samstag, 12. April 2003 beim Kernkraftwerk Gösgen

KLARTEXT

Geschätzte 2 x NEIN-Stimmenden

"Heute, an diesem nationalen Aktionstag des Personals eine Ansprache zu halten ist wohl eine gute Sache, aber, und das erleben Pfarrer wie Politiker immer wieder: Wir reden zu denen, die ohnehin glauben; und die, die es eigentlich angeht sind nicht hier und hören nicht zu!"

Ich staune einmal mehr! Wenn 10 Greenpeace-Aktivisten irgendwo eine Fahne aufhängen oder sich an Gleisen anketten ist das Schweizer Fernsehen sofort omnipräsent. Wenn jedoch 4'000 Personen zu einer friedlichen Kundgebung zusammenkommen, um gegen die Atom-Ausstiegs-Kurzschluss-Handlung zu protestieren glänzt unsere Schweizer Fernsehen mit Abwesenheit! Ein Ärgernis!

Dass ich heute hier zu ihnen spreche hat seinen Grund darin, dass wir Däniker, als Standortgemeinde des Kernkraftwerkes Gösgen-Däniken bezüglich der beiden Atominitiativen schon etwas zu sagen haben.
Wir, die Däniker, wie alle umliegenden Gemeinden im Niederamt, sitzen mit Ihnen im gleichen Boot! Die beiden Initiativen treffen bei einer Annahme nicht nur Sie empfindlich (Streichung der Arbeitsplätze), sondern auch einen Lebensnerv unseres Dorfes, einen Lebensnerv unserer Region und des Kantons Solothurn und einen Lebensnerv unserer gesamten Wirtschaft.

Wir müssen uns gegen die beiden unsinnigen Atominitiativen mit allen Kräften wehren! Deshalb bin ich mit Ihnen an dieser Kundgebung. Auch deshalb, da ich Ihre Arbeit schätze und davon überzeugt bin, dass unsere Schweizer Kernkraftwerke, auch dank ihrer verantwortungsvollen Arbeit, die sichersten der Welt sind! Deshalb kämpfe ich mit Ihnen, dass die beiden Atominitiativen vom Volk abgelehnt werden. Es ist ein Abstimmungskampf im Interesse von uns allen....im Interesse einer sicheren, bewährten Stromversorgung und im Interesse unserer Wirtschaft und unseres Gewerbes....denn es gibt für unser Land bis heute keine einzige glaubwürdige Alternative zu den 40% Kernenergie.

Die politische Linke, zusammen mit den Grünen, haben mit beiden Initiativen (die Moratorium-Plus-Initiative wird zu recht als Mogelpackung genannt), nur ein Ziel vor Augen: den Ausstieg aus der Kernkraft und so paradox es für die rot-grünen tönt: die Vernichtung von Hunderten von Arbeitsplätzen.

Klar und deutlich muss auch gesagt sein: Es wäre für unser Land eine Kapitalvernichtung in Milliardenhöhe!

Schon bei der Planung des Kernkrafttwerkes war die Gemeinde Däniken ein wichtiger Partner der KKG-Verantwortlichen. Ein Partner mit Weitblick. Ein Partner, auf den Verlass ist. Der damalige Gemeindepräsident Ernst Hagmann hat immer darauf hingewiesen, dass mit dem Kernkraftwerk Gösgen auch die Bevölkerung, die Wirtschaft, einfach wir alle in Däniken und der Region, langfristig davon profitieren werden. Sie dürfen somit heute, wenn es um die Zukunft der Kernkraft und um die Zukunft einer sicheren Stromversorgung unseres Landes geht, wiederum mit unserer 100%igen Unterstützung rechnen! Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Däniken und der KKG-Leitung ist ausgezeichnet. Von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und offener Kommunikation wird nicht nur gesprochen - dies alles wird auch gelebt. Ich frage mich: warum sprechen die Anti-Atom-Aktivisten nicht mit uns, den Gemeidebehörden und der Bevölkerung der Region, die schon seit 25 Jahren am Puls der Kernkraft leben? Ich frage mich auch: Haben diese Leute überhaupt schon je ein Kernkraftwerk besucht und sich über die hohen Sicherheitsvorkehrungen informieren lassen?

Das Kernkraftwerk Gösgen ist seit 25 Jahren ohne Probleme in Betrieb und sorgt dafür, dass wir eine sichere und vom Ausland unabhängige Stromversorgung haben.

Die beiden Initiativen "Strom ohne Atom" und "Moratorium Plus" sind nicht nur unausgewogen, sie sind energiepolitisch unsinnig, aus der Sicht der Ökologie fragwürdig, finanziell verheerend und wirtschaftlich nicht zu verantworten! Die Folgen sind für uns alle erhöhte Stromkosten und es gehen uns in der Region und im Kanton über 40 Millionen Franken an Steuergelder verloren.
Beide Initiativen gefährden bei einer Annahme nicht nur Hunderte von Arbeitsplätzen sondern bringen uns zusätzlich höhere Steuern!

Dies dürfen und wollen wir nicht zulassen!

Wir müssen lernen, Klartext zu sprechen!
Wir müssen der Bevölkerung die Augen öffnen!
Wir müssen die verheerenden Auswirkungen dieser beiden
Initiativen (würden sie angenommen) aufzeigen!
Jetzt - nicht erst nach den Abstimmungen!

Die Gemeindepräsidien des Niederamtes unterstützen uns in diesem Kampf und setzen sich dafür ein, dass am 18. Mai 2xNEIN gestimmt wird. Ich spreche also auch im Namen dieser Kolleginnen und Kollegen.

Ich frage Sie und Sie geben mir klar und deutlich die richtige Antwort:

    Wollen wir bezüglich Strom zukünftig vom Ausland abhängig sein?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir in unserem Land auf unsern bewährten Strom-Mix verzichten?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir Hunderte von Arbeitsplätzen aufs Spiel setzen?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir zukünftig viel teureren Strom?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir zukünftig die Umwelt zusätzlich mit Treibhausgasen belasten?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir wegen dem Ausstieg aus der Kernkraft neue und vor allem viel höhere Steuern?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir teuren Strom vom Ausland importieren und dafür unsere sicheren Kernkraftwerke opfern? (Auch die Initianten der Atominitiativen wissen es: Import-Strom ist zum Teil ausländischer Atomstrom! Ist das noch ehrlich und nachvollziehbar?)
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir unsere sicheren Kernkraftwerke abstellen, obwohl wir aus ökologischer Sicht gar keine sinnvollen Alternativen haben?
    Die Antwort lautet NEIN

    Wollen wir die Kontrolle über unsere bewährte Stromversorgung verlieren?
    Die Antwort lautet auch hier NEIN

    Wollen wir unverantwortlich handeln, unsere Klein- und Mittelbetriebe, unsere Arbeitsplätze und unseren erarbeiteten Wohlstand aufs Spiel setzen?
    Auch hier: die Antwort ist immer die gleiche.
    Die Antwort lautet klar und deutlich 2xNEIN!

Wir werden am 18. Mai 2003 den Abstimmungskampf gewinnen. Das Volk wird die beiden Atominitiativen ablehnen! Weshalb?

  1. Weil wir uns für 2xNEIN mehr als 100%ig engagieren!
  2. Weil wir von diesen unsinnigen Initiativen direkt Betroffene sind. Wir Betroffenen wissen, welche fatalen Auswirkungen ein JA zu diesen beiden Initiativen haben können. Diese negativen Auswirkungen müssen wir allen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern mitteilen!
  3. Weil wir an unseren Sieg in diesem Abstimmungskampf glauben!
  4. Weil wir gegenüber den Initianten die weit besseren Argumente haben! Stichhaltige Argumente. Argumente die überzeugen!
  5. Weil die Initianten uns nur Probleme und keine Lösungen anbieten!
  6. Weil den Initianten mit ihrer Angstmacherei je länger je mehr die Argumente und somit der "Strom" ausgehen!

Stimmen wir alle am 18. Mai 2003 aus
Überzeugung 2x NEIN zu den schädlichen
Atom-Ausstiegs-Initiativen!

Gery Meier, Däniker Gemeindepräsident



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