Fakten zur Stromversorgung |
Hans R. Burri, Zürich
Fakten zur Stromversorgung Leserbrief im Zusammenhang mit der zu Beginn dieser Woche von der SP Schweiz angekündigten Absicht einen "Energie-Umstieg" herbeizuführen, bzw. bis Ende 2024 aus der Kernenergie in der Schweiz komplett auszusteigen. Zahlen sind meines Erachtens in dieser Diskussion dringend nötig. Fakten zur StromversorgungDas letzte Schweizer Kernkraftwerk könne theoretisch im Jahre 2024 geschlossen werden sagt NR Rechsteiner. Das Wort "theoretisch" ist praktisch das einzige, was in den erneut vorgebrachten Forderungen der SP Schweiz, mit denen das Volk einmal mehr eingedeckt wird, stimmen dürfte. Die Elektrizitätsstatistiken sprechen eine völlig andere Sprache. Bei der SP scheint offenbar niemand in der Lage zu sein, ein paar einfache Rechnungen durchzuführen. Diese wären aber dringend nötig. Reine Absichtserklärungen allein taugen wenig. Hier sind die Zahlen zur Verdeutlichung des Problems. Bei einem unterdurchschnittlichen Anstieg des Stromverbrauchs von 1.5 % pro Jahr dürfte dieser 2024 bei etwa 85 TWh liegen. Somit wären bei gleich bleibendem Anteil der Wasserkraft dann rund 43 TWh mit anderen Anlagen zu decken. Ende 2003 betrug die Produktion aus erneuerbaren Energien im Land rund 1 TWh, d.h. ca. 1.5 % (!). Dieser Wert setzt sich zusammen aus den Anteilen von 50 % aus KVA, WKK, sowie aus PV und verschwindend wenig Wind (die genauen Zahlen für die beiden letzten Kategorien wagt man gar nicht zu erwähnen). Eine Zuwachsrate um den Faktor 43 lässt sich über 21 Jahre aber nur mit einem jährlichen Wachstum der Produktion von rund 20 % erreichen. Zur Erinnerung: Nicht einmal die bescheidensten Zielsetzungen im Programm "Energie 2000" hat man auch nur annähernd erreicht. Dies sind die Fakten. Die Leser mögen nun ihre eigenen Schlüsse zum von der SP geforderten Energieumstieg ziehen. Hans R. Burri, Zürich |
|
|