CO2-Abgabe und Stromlücke

Dr. Hans-Rudolf Lutz, Kantonsrat, Lostorf

CO2-Abgabe und Stromlücke
NZZ

CO2-Abgabe und Stromlücke

Der Beitrag der Schweiz zu den weltweiten jährlichen CO2-Emissionen beträgt ca. 0.2%. Wenn dank der jetzt vom Parlament beschlossenen CO2-Abgabe das Kyoto-Protokoll bis 2012 erfüllt wird, so bläst die Schweiz nur noch 0,16% Kohlendioxid in die Luft. Nettoeffekt = 0,04%! Mit Bekämpfung der globalen Erwärmung hat die CO2-Abgabe also überhaupt nichts zu tun. Es geht um Gesichtswahrung der Kernenergiegegner, um das grüne Mäntelchen zum Stimmenfang und insbesondere um Geld des Steuerzahlers. Geld zum Umverteilen gemäss politischer und nicht energiewirtschaftlicher vernünftiger Kriterien, zur Subventionierung auch auf weite Zukunft unrentabel bleibender Alternativenergiequellen.
Das Problem der drohenden Klimaerwärmung muss in USA, Russland, China und Indien gelöst werden. Diese 4 Länder sind momentan für über 50% der emittierten Treibhausgase verantwortlich. Die soeben von China bestellten 4 Kernkraftwerke sind ein Anfang und werden dazu beitragen, dass weitere Projekte in diversen Ländern nun schneller vorangetrieben werden. Einige 1500-Megawatt-Kernkraftwerke anstelle von Kohle und Ölkraftwerken irgendwo auf der Welt bringen mehr als die gesamten schweizerischen CO2-Abgabe-Einsparungen. Wenn die Schweiz neben dieser nun (dummerweise) beschlossenen Finanzmassnahme noch etwas wirklich Beispielhaftes tun will, dann verzichtet sie auf die "Übergangslösung" erdgasbefeuerte Kombikraftwerke und hält an ihrem seit 30 Jahren bewährten Mix von CO2-freien Wasser- und Kernkraftwerken fest.

Dr. Hans-Rudolf Lutz, Kantonsrat, Lostorf



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