Markus Alder
Für jeden Fall ein Zertifikat - Schweröl und Quecksilber
24. Januar 2007
Finanz und Wirtschaft
Für jeden Fall ein Zertifikat - Schweröl und Quecksilber
Es erscheint sinnvoll, unvermeidlichen Emissionen mit handelbaren Zertifikaten einen
Marktpreis zu geben, damit letztlich der Endverbraucher für die Verschmutzung zahlen
muss und zugleich ein wirtschaftlicher Anreiz zur Entwicklung besserer Verfahren geschaffen wird.
Das Beispiel der Quecksilber-Emissionen der 450 Kohlekraftwerken in den USA zeigt
aber auch die Grenzen dieses marktwirtschaftlichen Instrumentes.
Es ist wohl billiger, Zertifikate für die 1,5 Millionen Unzen Quecksilber zu kaufen,
als teure Filter zur hochwirksamen Rückhaltung des flüchtigen Metalles einzubauen.
Bereits wenig Quecksilber ist zu viel für Mensch und Umwelt. Noch wirkungsloser ist der
Zertifikatehandel gegen die CO2-Emissionen.
Sinnvoller wäre ein grosser Investitionsschub für 100-150 neue Kernkraftwerke in
den USA, welche die Kohlekraftwerke bis auf wenige moderne Anlagen für die
Spitzenlastabdeckung ersetzen könnten.
Wenn eine grosse Zahl identischer Anlagen gebaut wird, sind die bei der Kernenergie
sehr hohen Investitionskosten kleiner.
Damit fielen die Quecksilber-Emissionen fast vollständig weg, ebenso das CO2,
der Staub, das Schwefeldioxid und die Stickoxide. Dabei würde der Strom erst noch billiger.
Nötig wäre für ein derartiges Kernkraftwerk-Programm, das über Jahrzehnte laufen
würde, ein langfristiger Kapitaleinsatz anstelle kurzfristiger Spekulation. Das
würde ein Umdenken in der Politik und an den Finanzmärkten voraussetzen.
Markus Alder, Dietikon
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