Die Nebel lichten sich?

Theo Schaub

Die Nebel lichten sich?
20. November 2007
Aargauer Zeitung

Die Nebel lichten sich?

Reto Miloni hat in der AZ ein Exposé über die künftige Entwicklung bei der schweizerischen Energieversorgung dargelegt, was mir in wesentlichen Teilen nachvollziehbar erscheint. Trotzdem ein paar ergänzende Überlegungen: Es ist richtig, dass die von den Menschen für ihre Bedürfnisse umgewandelte Energie nur etwa einem Fünfzehntausendstel der eingestrahlten Sonnenenergie entspricht. Den überwiegenden Anteil beansprucht die Natur für den Aufbau der Biomasse, insbesondere für die Produktion von Sauerstoff.

Es ist richtig, dass die Erzeugung von regenerierbarer elektrischer Energie attraktiv wird und Arbeitsplätze schaffen kann, wenn sie zu kostendeckenden Preisen ins Stromnetz eingespiesen werden kann. Um dies zu erreichen, muss jedoch die Wirtschaft bereit sein, die höheren Strompreise aufzufangen.

Es ist richtig, dass die Kosten für sonnenerzeugte elektrische Energie dank technologischen Fortschritten fallen werden. Es ist jedoch, dass das Niveau von hydraulischer und nuklearer Elektrizität nie erreicht werden kann, da die Energiedichte der Sonnenstrahlung auf der Erde relativ niedrig und unveränderlich ist. Sonnenenergie ist deshalb materialintensiv.

Es ist richtig, dass innerhalb der nächsten Jahrzehnte sonnen- und winderzeugte Elektrizität in den einstelligen Prozentbereich vorstossen kann. Es ist jedoch zu beachten, dass mit steigendem Anteil dieser Energie entsprechende Kapazität an Ersatzenergie bereit stehen muss, da Wind und Sonne nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Es ist richtig, dass die erwähnten Alternativenergien momentan ein markantes Wachstum aufweisen. Begrenzende Faktoren sind jedoch bereits erkennbar.

Fazit: Jede ökonomisch und ökologisch sinnvolle Stromerzeugung ist willkommen und notwendig. Sie sollte aber ausgerichtet sein als Ergänzung zu den bestehenden hydraulischen und nuklearen Grundversorgungssystemen, den hydraulischen und nuklearen Kraftwerken. Es geht darum, die Stärken der bestehenden und der neuen Stromerzeugungsanlagen auf das gleiche Ziel auszurichten: die ausreichende, umweltgerechte und wirtschaftliche Versorgung der Schweiz.

Theo Schaub
5416 Kirchdorf



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