Kostendeckende Einspeisevergütung dringend?

Jörg Seitz

Kostendeckende Einspeisevergütung dringend?
19. Oktober 2009
NZZ

Kostendeckende Einspeisevergütung dringend?

In einem Leserbrief (NZZ 19.10.09) wird behauptet, die Produktion von CO2-freiem Strom aus einheimischen, erneuerbaren Energien sei überall machbar; und es wird gefragt, wo denn die realistischen, mutigen Politiker seien, die jetzt ein Zeichen für den aktiven Klimaschutz setzen. Mit einer kostendeckenden Einspeisevergütung könne wirksam gegen den Bau neuer Atomkraftwerke vorgegangen werden. Dabei wird beim Leser unterschwellig der Eindruck erweckt, die Einspeisevergütung diene dem Klimaschutz. Das Gegenteil ist wahr. Es wird nämlich meist nicht beachtet, dass bei allen Verfahren der Stromproduktion Schadstoffgase frei werden. Die Emissionen fallen an bei der Erstellung, beim Betrieb, beim Abriss und bei der Entsorgung der Produktionsanlagen sowie bei der Gewinnung, Aufbereitung, beim Transport und bei der Abfallbehandlung der Energieträger. Wenn man all diese im gesamten Produktionszyklus entstehenden Emissionen berüksichtigt, kommt man zu folgenden Werten: Die Wasserkraft schneidet am besten ab. Der klimaschädigende Treibhausgas-Ausstoss pro Kilowattstunde beträgt hier 4 Gramm. Bei der Kernenergie beträgt der Wert 16 Gramm, bei der Windkraft klettert dieser Wert auf 36 und bei der Sonnenenergie gar auf 121 Gramm. Es ist also irreführend zu behaupten, bei uns in der Schweiz trage die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien etwas zum Klimaschutz bei. Es kann nicht deutlich genug immer wieder auf diese Tatsachen hingewiesen werden, auch wenn sie nicht ins Weltbild der Kernenergiegegner passen.

Jörg Seitz
Arlesheim



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