„Uran-Vorräte werden spätestens 2020 knapp“

Markus Alder

„Uran-Vorräte werden spätestens 2020 knapp“
10. August 2010
Tages-Anzeiger

„Uran-Vorräte werden spätestens 2020 knapp“

Weil die Erschliessung neuer Uranminen jahrelang zugunsten von Investitionen in die Finanzbranche vernachlässigt wurde und die Kernenergie seit etwa 2007 einen unerwarteten Aufschwung erlebt, steigen die Preise für Natururan, was sich aber (noch) kaum auf die Strompreise auswirkt. Momentan macht der Uranpreis nur ein Prozent der Stromgestehungskosten aus; selbst bei einer Verdoppelung der Natururan-Notierungen wäre der Atomstrom noch billiger als der aus Kohle und Gas. Grund ist die hohe Energiedichte des Urans, aber auch der grosse Aufwand für die Anreicherung und weitere Verarbeitung. Der Weg vom Erz zum Brennelement ist lang und teuer, weil es aber mehrere Jahre im Reaktor genutzt wird, lohnt sich der Aufwand entsprechend. Wenn der Uranpreis längerfristig hoch bleibt, nimmt der Anreiz für die Erschliessung neuer Minen entsprechend zu, ebenso werden Schnelle Brüter, welche das Uran 60-100x besser ausnützen, interessant. Vor einer Uranknappheit brauchen sich die Konsumenten nicht zu fürchten, eher vor einer Stromlücke in Europa, da der Bau neuer Kernkraftwerke weniger schnell erfolgen könnte, als die Stilllegung veralteter Kohle-, Öl- und Gaskraftwerke. Europa hat wegen seiner Politik industrielles Know-How verloren, während Japan, China und Indien investiert haben.

Markus Alder
Dietikon ZH
Vorstandsmitglied des Verein zur Unterstützung d. Kernenergie



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